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Welche Leitungen umfasst eine Gebäude-Energieberatung?

Da das Spektrum einer Energieberatung sehr breit ist, möchten wir den Ablauf einer Gebäude-Energieberatung an Hand eines realen Beispiels zeigen. Das betrachtete Gebäude wurde im Jahr 2008 modernisiert.

Schritt 1: Die Bestandsaufnahme

Um eine Gebäudemodernisierung planen zu können ist eine sorgfältige Bestandsaufnahme erforderlich. Dies geschieht beim Vor-Ort-Termin am Objekt. Alle wärmeübertragenden Flächen wie Außenwand, Fenster, Dach, etc., werden aufgemessen und die jeweilige Bauteilkonstruktion erfasst. Ebenso werden die haustechnischen Anlagen dokumentiert.

Schritt 2: Das Erörterungsgespräch

Beim Erörterungsgespräch wird gemeinsam mit dem Eigentümer festgelegt, mit welcher Zielsetzung die Maßnahmen zur energetischen Gebäudemodernisierung geplant werden sollen.
Im vorliegenden Fall wurden folgende Vorgaben getroffen:

  • Reduzierung des Energiebedarfs durch Verbesserung der Gebäudehülle
  • Erneuerung der bestehenden Öl-Heizungsanlage durch eine Pellets-Anlage oder alternativ durch eine Wärmepumpenheizung Sole/Wasser (Erdwärme)
  • Erreichen des Modernisierungszieles „Neubauniveau“

Schritt 3: Die Datenverarbeitung

Die bei der Bestandsaufnahme ermittelten Daten werden mit Hilfe einer speziellen Energieberatungs-Software verarbeitet.
Als Ergebnis erhalten wir Kennzahlen zum Energiebedarf des Gebäudebestands.

Im vorliegenden Fall ergab sich ein Primärenergiebedarf von 204 kwh/m2a, was als verbesserungsbedürftig einzuordnen ist.

Schritt 4: Die Varianten

Als nächster Schritt werden die Maßnahmenpakete (=Varianten) zusammengestellt. Mit Hilfe der Software werden die zum Erreichen des Modernisierungszieles erforderlichen Maßnahmen simuliert und in Maßnahmenpaketen zusammengestellt. Gleichzeitig werden die veränderten Bauteile auf ihre bauphysikalische Verträglichkeit, wie z.B. Feuchteschutz, überprüft.

Folgende Varianten wurden vorgeschlagen:

Variante 1:

  • Dämmung der Außenwand mit 100mm WLG 040
  • Austausch der alten Fensterelemente gegen U-Wert 1,4
  • Kellerdecke unterseitig dämmen mit 80mm WLG 040
  • Neuer Wärmeerzeuger Pellets-Kombi-Kessel

Variante 2:

  • Dämmung der Außenwand mit 100mm WLG 040
  • Austausch der alten Fensterelemente gegen U-Wert 1,4
  • Kellerdecke unterseitig dämmen mit 80mm WLG 040
  • Neuer Wärmeerzeuger Wärmepumpe Sole/Wasser (Erdwärme)

Die Simulation der Varianten wird zusätzlich in Grafiken dargestellt.
Die folgenden Grafiken finden sich im eingestellten Beratungsbericht wieder.
Dort sehen Sie diese auch erläutert.

Die Grafik zeigt die Veränderung des Gesamt-U-Wertes der Gebäudehülle, mit Darstellung des Bestandes und der Modernisierungsvarianten.
Die vorgeschlagenen Varianten bewirken eine Verbesserung von 0,85 auf 0,39 bzw. 0,40 W/m2k.

Die Darstellung zeigt die Veränderung des Primärenergieverbrauchs.
Der Primärenergieverbrauch beziffert den Energieverbrauch einschl. des Energieverbrauchs zur Gewinnung oder Herstellung des jeweiligen Energieträgers.

Parallel zur Ausarbeitung der Modernisierungsmaßnamen werden die geschätzten Baukosten ermittelt. Hieraus errechnen sich die dargestellten Amortisationszeiten der Modernisierungsvarianten.

Auf Grundlage einer angenommenen Energiepreissteigerung von 5%/Jahr zeigt die Grafik die jährlichen Energiekosten in den nächsten 40 Jahren.

Schritt 5: Der Beratungsbericht

Alle Daten des bestehenden Gebäudes und die Auswirkungen der Varianten werden in einem ausführlichen Beratungsbericht dargestellt.
Der Eigentümer erhält so einen umfassenden Überblick und eine Vielzahl an Hinweisen und Entscheidungshilfen.

Energieberatungs-Bericht

Schritt 6: Das Beratungsgespräch

Der Energieberater übergibt den Beratungsbericht und erläutert diesen.
Der Eigentümer erhält umfassende Kenntnis zum energetischen Zustand des Gebäudebestandes sowie den Auswirkungen der simulierten Modernisierungsvarianten.
Weiterhin informiert der Energieberater an dieser Stelle konkret über das Angebot an Fördermitteln und zinsgünstigen Darlehen.

Sofern der Eigentümer die Modernisierung nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt durchführen möchte, endet hier die Gebäude-Energieberatung.

Schritt 7: Die Durchführung

Im vorliegenden Fall hat sich der Eigentümer zur Durchführung der Variante 2 entschieden.

Wir haben den Eigentümer bei der Modernisierung begleitet, bei der Auswahl der Baustoffe beraten und die erforderlichen Bestätigungen erstellt.

Die gesamte Modernisierung wurde über das CO2- Gebäudesanierungsprogramm bei der KfW-Bank finanziert. Vom BAFA wurde ein Zuschuss zur Heizungsanlage gewährt.

Durch Erreichen des Sanierungszieles „Neubauniveau“ wurde von der KfW-Bank ein Tilgungszuschuss in Höhe von 5% der Sanierungskosten vom Darlehen in Abzug gebracht.

Die Kosten der Gebäudemodernisierung belasten nach Aussage des Eigentümers weder diesen selbst noch die Mieter. Die durch die Modernisierung erzielten Einsparungen bei den Energiekosten decken die Finanzierungskosten mit Zins- und Tilgungsleistungen vollständig ab (kalkuliert auf eine Laufzeit von 15 Jahren).

Das Ergebnis:

Das Ergebnis kann als ein gelungenes Beispiel einer „energetischen Gebäudesanierung“ bezeichnet werden. Das Gebäude ist nach der Sanierung energetisch als „sehr gut“ einzustufen und erstrahlt zudem auch in neuem Glanz.
Abschließend sehen Sie die Einordnung der Kennzahlen nach der Modernisierung.

Weitere Informationen zur Gebäude-Energieberatung:

Kontakt

EnerSan GbR
Gebäude-Energieberater
Anemonenweg 13
87656 Germaringen

Tel.: 08344 922959
Fax: 08344 922969
E-Mail: info@EnerSan-GbR.de